Vier Weih­nachts­märkte haben wir und in den letz­ten Tagen ange­se­hen. Die Ergeb­nisse könn­ten nicht unter­schied­li­cher sein. Und nicht über­ra­schen­der…

Düs­sel­dorf: Die Märkte — gewohnt pro­fes­sio­nell. Viel Glüh­wein, viel Fress­bu­den, den Scha­dow­platz domi­niert — wie gewohnt, wie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren, Käthe Wohl­fahrt — mit ihren hüb­schen, teu­ren Schnit­ze­reien. Keine Über­ra­schung war dann auch, dass die Bier­bude an der Eis­lauf­bahn auf dem Cor­ne­li­us­platz aus allen Näh­ten platzte. Und wie schon in den ver­gan­ge­nen Jah­ren glit­zerte der Ster­nen­bo­d­gen über dem Kö-Gra­ben, die Glüh­wein-Pyra­mide an der Flin­ger­straße.
Über­ra­schun­gen? Na klar. Es gab einen Fress-Stand mit Enten­fleisch…
Lokal­büro meint: Groß­städ­tisch, nicht sehr idyllisch/romantisch, viel­fäl­ti­ges Ange­bot

Schloß Rheydt: Ein haupt­säch­li­cher Indoor-Weih­nachts­markt für ver­reg­nete Tage. Sechs Euro Ein­tritt sind nicht eben wenig — aber für einen guten Zweck. Sie die­nen auch dem Erhalt die­ser wun­der­ba­ren Anlage. Auf dem Markt gibt es jede Menge Kunst­hand­werk, edle Schmuck­stände, und extrem ver­schärfte Lecke­reien. Dem Lokal­büro-Team war es etwas zu abge­ho­ben, für Weih­nach­ten zu intel­lek­tu­ell. Bis auf die Lecke­reien…

Weih­nachts­dorf Ger­res­heim: Auf Ger­res­heims Stra­ßen regiert der Kli­ma­schutz. Da frisst nicht eine Glüh­birne zu viel den teu­ren Strom, über der Straße Köl­ner Tor fun­zeln grad mal zwei weih­nacht­li­che Deko-Ele­mente. Sie wei­sen den trost­lo­sen Weg zum Weih­nachts­dorf auf dem Ger­ri­cus­platz. Und was sich die WIG (Werbe- und Inter­es­sen­ge­mein­schaft Ger­res­heim) bei dem wohl gedacht haben mag: Neben ver­ein­zel­ten Krip­pen­fi­gu­ren, zwei, drei Kunst- und Hand­ar­beits­stän­den schlen­dert man dort in ers­ten Linie an Fress- und Trink­bu­den vor­bei. Die machen über 80% des Mark­tes aus. Die Krö­nung: Ein kah­ler Blech­wa­gen, in blau-fri­sches Neon­licht getaucht bie­tet Schwei­ne­fleisch-Spieße an. Geschätze 37 Gramm, gewi­ckelt um fin­ger­di­cke Holz­stö­cke. Fre­che 6 Euro will der Grill­meis­ter für die Stö­cke haben. Dafür ser­viert er das zucker­süß völ­lig über­würzte Fleisch kalt.

Liebe WIG, ihr soll­tet zukünf­tig prü­fen, wen ihr in eure Dör­fer lasst. Und ob sie wenigs­tens Grog rich­tig schrei­ben kön­nen…
Lokal­büro-Urteil: So nicht!!

Schiffs­weih­nacht Mül­heim: Anhei­melnd, roman­tisch, der abso­lute Gewin­ner unse­rer klei­nen Schnup­per­tur. An der Mül­hei­mer Ruhr­schleuse lie­gen Aus­flugs­damp­fer, die zum Weih­nachts­markt aller­lei Schmuck- und Hand­werks­stände beher­ber­gen. Das sehr ori­gi­nelle Ambi­ente wird am Ufer des Fus­ses von abwechs­lungs­rei­chen Fut­ter- und Geträn­ke­stän­den ergänzt. Hübsch geschmückt mit Lich­ter­ket­ten, Weih­nachts­en­geln & Co. Und wer sich dann noch auf den Weg zum Advents­markt in der Mül­hei­mer Alt­stadt macht, wird für den Fuß­marsch reich­lich belohnt. Hier gibt’s Kun­ter­bun­tes. Schmuck­stände, Kunst­bu­den mit wit­zi­gem Minia­tu­ren und tol­len Bil­dern und schö­ner Hand­werks­kunst. Dazwi­schen haben Kin­der ihre Stände, bie­ten selbst­ge­ba­ckene Plätz­chen und selbst­ge­bas­tel­ten Advents­schmuck an.
Lokal­büro meint: Unbe­dingt hin!!

PS: Bitte die Öff­nungs­zei­ten der ein­zel­nen Weih­nachts­märkte im Netz nach­schauen. Und gege­be­nen­falls für’s nächste Jahr vor­mer­ken…