Bisher haben sich fünf Düsseldorfer App-Nutzer, denen ein „Erhöhtes Risiko“ angezeigt wurde, an das Gesundheitsamt gewandt/Sie wurden inzwischen negativ auf das Coronavirus getestet

Beim Gesundheitsamt gehen die ersten Meldungen von Personen ein, die die Corona-Warn-App nutzen und nun mit dem Warnhinweis „Erhöhtes Risiko“ über Risikobegegnungen mit mindestens einer positiv getesteten Person informiert wurden. Fünf App-Nutzer haben sich bisher an das Gesundheitsamt gewandt und wurden bereits im Diagnosezentrum an der Mitsubishi Electric Halle abgestrichen. Diese fünf App-Nutzer erhielten ein negatives Testergebnis.

Dazu der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Klaus Göbels: „Die Corona-Warn-App kann uns bei der Nachverfolgung von Infektionen und somit bei der Ermittlung von Kontaktpersonen unterstützen. Denn niemand erinnert sich an jeden Menschen, den er in den letzten 14 Tagen getroffen hat. Dennoch ersetzt sie weder die Abstands- und Hygieneregeln noch das Tragen von Alltagsmasken. Diese sind weiterhin ganz wichtige und effektive Schutzvorkehrungen. Wer sich und seine Mitmenschen vor einer Infektion schützen will, kann die App lediglich als weitere Ergänzung dieser Maßnahmen nutzen.“

Warnhinweise: Niedriges oder erhöhtes Risiko
Die Corona-Warn-App benachrichtigt die Nutzerinnen und Nutzer, wenn sie sich innerhalb der letzten 14 Tage längere Zeit in der Nähe einer positiv getesteten Person, die die App ebenfalls nutzt, aufgehalten haben. Je nach Art der Risikobegegnung wird dem Nutzer ein Infektionsrisiko angezeigt. Dabei unterscheidet die App zwischen einem niedrigen und einem erhöhten Risiko und gibt gleichzeitig Handlungsempfehlungen.

Bei der Statusanzeige „Niedriges Risiko“ wird der Nutzer informiert, dass er bisher keine Risikobegegnung mit nachweislich positiv getesteten anderen App-Nutzern hatte oder dass sich die bisherigen Begegnungen auf kurze Zeiträume und größere Abstände beschränkt haben. Zusätzlich wird er auf die Abstands- und Hygieneempfehlungen (wie Händewaschen, Tragen von Alltagsmasken, Einhalten des Mindestabstand sowie der Hust- und Niesetikette) hingewiesen.

Bei der Statusanzeige „Erhöhtes Risiko“ wird der Nutzer informiert, dass ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht, da er innerhalb der vergangenen 14 Tage über einen längeren Zeitraum und mit einem geringen Abstand eine Risiko-Begegnung mit mindestens einer positiv getesteten Person hatte. Dann empfiehlt die App, sich in häusliche Isolation zu begeben, sich besonders gut an die Abstands- und Hygieneregeln zu halten sowie weitere Kontakte zu reduzieren. Zudem fordert sie den Nutzer auf, telefonisch Kontakt mit seinem Hausarzt, dem Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116117 oder dem örtlichen Gesundheitsamt aufzunehmen. Mit ihnen werden dann die nächsten Schritte abgestimmt. Personen, die in Düsseldorf wohnen oder arbeiten, können sich bei der Warnung „Erhöhtes Risiko“ unter der städtischen Hotline unter 0211-8996090, montags bis freitags, von 8 bis 16 Uhr, sowie per E-Mail an gesundheitsschutz@duesseldorf.de an das Gesundheitsamt wenden.

Die Mitarbeiter des Gesundheitsamts weisen dann auf die bestehenden Hygiene- und Abstandsregeln hin. Zudem ermitteln sie, ob ein positiver Befund im Umfeld bekannt ist und man Kontaktperson der Kategorie I (enger Kontakt und höheres Infektionsrisiko) oder der Kategorie II (geringeres Infektionsrisiko) ist. Das Gesundheitsamt oder der Hausarzt entscheiden, ob getestet werden sollte. Über eine Krankschreibung entscheidet der behandelnde Arzt. Eine Quarantäne kann nur das Gesundheitsamt aussprechen.

Als Kontaktperson der Kategorie I gilt eine Person zwei Wochen lang, nachdem sie engen Kontakt zu einem Corona-Erkrankten hatte. Ein enger Kontakt bedeutet entweder, dass man mindestens 15 Minuten ungeschützt mit dem Erkrankten gesprochen hat („Face-to-Face-Kontakt“) oder Kontakt zu seinen Atemwegssekreten hatte, indem man etwa angehustet oder angeniest wurde. Kontaktpersonen der Kategorie I werden Testungen auf SARS-CoV-2 angeboten – auch wenn sie keine Symptome zeigen – und gegebenenfalls wird eine Quarantäne angeordnet.

Als Kontaktperson der Kategorie II gilt eine Person, die sich im selben Raum wie ein bestätigter COVID-19-Fall aufhielt, jedoch keinen direkten, mindestens 15-minütigen Kontakt („Face-to-Face-Kontakt“) mit einem Erkrankten hatte. Der Hausarzt oder das Gesundheitsamt entscheiden in jedem Einzelfall, ob getestet wird. Eine offizielle Quarantäne kann nur das Gesundheitsamt aussprechen.

Eine Testung kann durch den Hausarzt, den Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst oder das örtliche Gesundheitsamt erfolgen. Das Testergebnis ist lediglich eine Momentaufnahme und kann bei einer erst kurz zurückliegenden Infektion, ein falsches negatives Ergebnis liefern, weil die Viruslast noch nicht hoch genug ist. Ein negativer Test sagt nichts darüber aus, ob man nicht doch noch erkrankt. Wenn sich jemand zum Zeitpunkt des Tests noch in der 14-tägigen Inkubationszeit befindet, zeigt er möglicherweise (noch) keine Symptome.

Testergebnis teilen
Liegt kein positives Testergebnis vor, ist die App im Hintergrund aktiv und dokumentiert Begegnungen mit anderen App-Nutzern. Es muss kein Validierungscode zur Nutzung der App angegeben werden. Bei einem positiven Test kann dieses Ergebnis in der Corona-Warn-App eingegeben werden, wodurch die Kontaktpersonen der positiv getesteten Person informiert werden. Um das positive Testergebnis in der App zu teilen, benötigt man einen Validierungscode – eine sogenannte TeleTAN. Diese kann bei der Hotline der Corona-Warn-App angefordert werden unter der kostenfreien Rufnummer 0800-7540002. Dort sollen Anrufer aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht ihren Namen und Wohnort nennen, sondern lediglich sagen, dass sie positiv getestet wurden. Die dort Beschäftigten werden dann zunächst am Telefon einige Fragen stellen, um sicherzugehen, dass die Anrufer tatsächlich positiv getestet wurden. Damit wird einer missbräuchlichen Infektionsmeldung und daraus resultierenden fehlerhaften Warnungen vorgebeugt.

Nach ausreichender Beantwortung dieser Fragen erhält man die TeleTAN zur Eingabe in der App. Somit kann man als infizierte Person freiwillig bestätigen, dass man positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Wenn sich andere App-Nutzer in den letzten 14 Tagen längere Zeit in der Nähe dieser infizierten Person aufgehalten haben, werden sie dann darüber informiert. So können sich Kontaktpersonen rasch freiwillig isolieren, testen lassen und somit zur Eindämmung des Coronavirus beitragen.

Unter der Corona-Warn-App-Hotline unter der Rufnummer 0800-7540001 können darüber hinaus Fragen zu Gebrauch und Funktionsweise der App gestellt werden. Sie ist von montags bis samstags, von 7 bis 22 Uhr – außer an bundesweiten Feiertagen – erreichbar und steht in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung. Weiterhin – auch ohne App – gilt: Sobald Symptome auftreten, sollte man sich umgehend mit dem Hausarzt oder dem Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst in Verbindung setzen. Sie werden dann über das weitere Vorgehen entscheiden. Sollte ein Verdacht auf das Coronavirus vorliegen, wird der Hausarzt entweder direkt einen Test durchführen oder an das städtische Infotelefon verweisen. Dieses ist unter der Telefonnummer 0211-8996090 (täglich, 5 bis 22 Uhr) zu erreichen. Dort wird nach einem Schema abgefragt, ob man zu denen gehört, bei denen ein Test erforderlich ist, und es wird gegebenenfalls ein Testtermin vereinbart.

Weitere Informationen zur Corona-Warn-App gibt es online im Pressedienst unter https://www.duesseldorf.de/medienportal/pressedienst-einzelansicht/pld/corona-warn-app-unterstuetzt-beim-nachvollziehen-von-infektionsketten.html, im städtischen Corona-Portal unter https://corona.duesseldorf.de/zielgruppen/alle-dusseldorfer-innen/corona-warn-app sowie auf der Website des Robert Koch-Instituts unter www.rki.de/covid-19. Auch das Bundesministerium stellt Informationen zum Thema „Corona-Warn-App“ sowie Links zum Herunterladen der App unter https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/corona-warn-app zur Verfügung.