Foto: Bun­des­mi­nis­te­rium für Wirt­schaft und Arbeit / Wiki­me­dia

 

Minis­ter­prä­si­dent Laschet: Nord­rhein-West­fa­len ver­liert einen moder­nen Gestal­ter, der das Bild unse­res Lan­des lang­fris­tig geprägt hat

Die Staats­kanz­lei teilt zum Tode von Wolf­gang Cle­ment mit:

Der ehe­ma­lige Minis­ter­prä­si­dent von Nord­rhein-West­fa­len und Bun­des­mi­nis­ter für Wirt­schaft und Arbeit, Wolf­gang Cle­ment, ist in der Nacht zum Sonn­tag im Alter von 80 Jah­ren in Bonn gestor­ben.

Minis­ter­prä­si­dent Armin Laschet:

„Wolf­gang Cle­ment war ein ech­ter Nord­rhein-West­fale, der durch harte Arbeit und Dis­zi­plin in der Poli­tik und anschlie­ßend auch in der Wirt­schaft erfolg­reich war. Er war als aus­ge­bil­de­ter Jurist, Jour­na­list, Poli­ti­ker und Wirt­schafts­fach­mann eine prä­gende Figur Nord­rhein-West­fa­lens und Deutsch­lands und viel­sei­ti­ger Akteur in der Zeit der Jahr­tau­send­wende.

Als Minis­ter­prä­si­dent und Bun­des­mi­nis­ter für Wirt­schaft und Arbeit blieb er ein streit­ba­rer Cha­rak­ter und war maß­geb­lich an der Umset­zung der Agenda 2010 betei­ligt. Auch nach sei­ner Zeit als akti­ver Poli­ti­ker tat er seine Mei­nung stets kund, ob im Rah­men des Kura­to­ri­ums­vor­sit­zes der Initia­tive Neue Soziale Markt­wirt­schaft oder in Zei­tungs­bei­trä­gen zu aktu­el­len poli­ti­schen The­men.

Schon damals – in der Amts­zeit Cle­ments als Minis­ter­prä­si­dent des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len – war eines der beherr­schen­den The­men der Struk­tur­wan­del und die Zukunft des Koh­le­berg­baus in Nord­rhein-West­fa­len. Er setzte auf den Indus­trie- und Wirt­schafts­stand­ort Nord­rhein-West­fa­len und legte damit auch die Grund­lage für die erfolg­rei­che Ent­wick­lung zu Beginn des zwei­ten Mill­en­ni­ums. Wolf­gang Cle­ment steht sym­bo­lisch als Start­punkt und Ideen­ge­ber für den Struk­tur­wan­del, des­sen Fort­set­zung und Fina­li­sie­rung wir die­ser Tage erle­ben. Auch der seit über 20 Jah­ren durch­ge­führte Aus­bil­dungs­kon­sens Nord­rhein-West­fa­len kann auf Wolf­gang Cle­ment, damals noch als Minis­ter für Wirt­schaft und Mit­tel­stand, Tech­no­lo­gie und Ver­kehr, zurück­ge­führt wer­den. Das Gre­mium aus Lan­des­re­gie­rung, Orga­ni­sa­tio­nen der Wirt­schaft, den Gewerk­schaf­ten, Arbeits­ver­wal­tun­gen und den Kom­mu­nen setzt sich seit­her dafür ein, dass junge Men­schen in Nord­rhein-West­fa­len, die aus­ge­bil­det wer­den wol­len, eine grö­ßere Chance auf einen Aus­bil­dungs­platz erhal­ten. Ein wei­te­rer Mei­len­stein Wolf­gang Cle­ments Regie­rungs­zeit ist die Fes­ti­gung der Medien- und Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­wirt­schaft in Nord­rhein-West­fa­len. Unter ande­rem wurde in sei­ner Zeit als Minis­ter­prä­si­dent erst­ma­lig der Bache­lor-Stu­di­en­gang Film an der Inter­na­tio­na­len Film­schule Köln auf­ge­legt – mitt­ler­weile gehört die IFS zu den bes­ten Film­hoch­schu­len Deutsch­lands. Seine Ver­dienste für das Land Nord­rhein-West­fa­len und seine Bür­ge­rin­nen und Bür­ger blei­ben daher unver­ges­sen.

Als Bun­des­mi­nis­ter für Wirt­schaft und Arbeit im Kabi­nett Schrö­der pro­fi­lierte Cle­ment sich als durch­set­zungs­star­ker Prag­ma­ti­ker und moder­ner Macher der Hartz-Refor­men. Auch gegen Wider­stände setzte er die wich­ti­gen Refor­men durch, die in Deutsch­land zu anhal­ten­dem wirt­schaft­li­chen Auf­schwung und sin­ken­den Arbeits­lo­sen­zah­len bis heute führ­ten. Wolf­gang Cle­ment war somit prä­gend an der lang­an­hal­ten­den guten Wirt­schafts­lage in Deutsch­land betei­ligt.

Die Lebens­leis­tung Wolf­gang Cle­ments ist auch ein Sinn­bild für den Wan­del Nord­rhein-West­fa­lens. Als Kind eines Bochu­mer Mau­rers, machte er Abitur und stu­dierte spä­ter Recht­wis­sen­schaf­ten an der West­fä­li­schen Wil­helms-Uni­ver­si­tät Müns­ter. Er arbei­tet zwei Jahr­zehnte als Jour­na­list, um anschlie­ßend die Poli­tik Nord­rhein-West­fa­lens und Deutsch­lands mit­zu­ge­stal­ten. Nach sei­ner akti­ven Zeit in der Poli­tik enga­gierte er sich wei­ter­hin mit Fokus auf sein Inter­esse für den Wirt­schafts­stand­ort Nord­rhein-West­fa­len.

Nord­rhein-West­fa­len ver­liert einen moder­nen Gestal­ter und prag­ma­ti­schen Len­ker der das Bild unse­res Lan­des lang­fris­tig geprägt hat. Per­sön­lich ver­liere ich einen lie­bens­wer­ten Men­schen, der immer für Rat zur Ver­fü­gung stand. Noch vor weni­gen Wochen konn­ten wir in Bonn sei­nen 80.Geburtstag fei­ern, noch vor weni­gen Tagen war er bei der Feier zum Grün­dungs­tag des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len in Köln dabei.

In der Nacht zum 27.September ist Wolf­gang Cle­ment fried­lich in sei­nem Haus in Bonn im Kreise sei­ner Fami­lie ent­schla­fen. Er wird dem Land und auch mir per­sön­lich feh­len. Viele Men­schen in Nord­rhein-West­fa­len und in Deutsch­land sind sei­ner Frau Karin, sei­nen Kin­dern und der gan­zen Fami­lie im Gebet und in Gedan­ken ver­bun­den.“