Geplan­ter Neu­bau Haus der Jugend (Aussenansicht),©bap — Hetschold, Kurz PartGmbB Archi­tek­ten, 2019

 

Inves­ti­ti­ons­vo­lu­men von mehr als 15 Mil­lio­nen Euro
Geplante Fer­tig­stel­lung im Früh­jahr 2022

Das Haus der Jugend wird neu gebaut. Die Grund­stein­le­gung für das Bau­vor­ha­ben an der Lacom­blet­straße 10 in Düs­sel­tal fand am Diens­tag, 2. Februar, statt. Zum Pro­jekt gehö­ren eine Kin­der­ta­ges­stätte, ein Neu­bau mit Aus­zu­bil­den­den-Woh­nun­gen, Büro- und Semi­nar­räume für den Jugend­ring Düs­sel­dorf und die Junge Akti­ons­bühne (JAB) sowie ein Café und ein Konzertraum.

Auf­grund der aktu­el­len Corona-Beschrän­kun­gen wurde auf eine öffent­li­che Zere­mo­nie bei der Grund­stein­le­gung ver­zich­tet. Statt­des­sen sen­de­ten die Betei­lig­ten per Video­bot­schaft ein­zeln Gruß­worte. Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler hat eine Zeit­kap­sel mit Tages­zei­tung, einem Set Mün­zen, einer Liste der Pro­jekt­be­tei­lig­ten, mit dem aktu­el­len Infor­ma­ti­ons­heft des Jugend­rings sowie mit einem Satz an Plä­nen des Neu­baus in des­sen Grund­stein gelegt und die­sen verschlossen.

Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler: “Mit der heu­ti­gen Grund­stein­le­gung füh­ren wir die Erfolgs­ge­schichte des Hau­ses der Jugend fort. Diese Insti­tu­tion ist ein his­to­risch wich­ti­ger Ort für unsere Stadt und hat sie kul­tu­rell geprägt. Die vor­ge­se­hene Ver­net­zung von Nach­bar­schaft, Azubi-Woh­nen, sozia­len Ange­bo­ten und Kul­tur wird auch als Vor­bild die­nen zur künf­ti­gen Stär­kung des sozia­len Zusam­men­halts in den Quartieren.”

Stadt­di­rek­tor Burk­hard Hint­z­sche: “Das Haus der Jugend hat nicht nur eine lange Tra­di­tion mit vie­len schö­nen Erin­ne­run­gen, son­dern stand und steht auch für inno­va­tive Wei­ter­ent­wick­lun­gen in der Düs­sel­dor­fer Kin­der- und Jugend­hilfe. Aus vie­len Ideen wird jetzt ein Neu­bau für die bis­he­ri­gen Nut­zer, eine Hei­mat für Aus­zu­bil­dende, die dort woh­nen, und ein Ort, an dem Kin­der bis zum Ein­tritt der Schul­pflicht geför­dert wer­den können.”

Michael Köh­ler, tech­ni­scher Geschäfts­füh­rer der IPM: “Das Haus der Jugend ist ein sehr wich­ti­ges und weg­wei­sen­des Pro­jekt für die Kin­der- und Jugend­för­de­rung der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf. Wir freuen uns, dass wir als IPM nun knapp ein Jahr nach dem Rats­be­schluss die Grund­stein­le­gung bege­hen kön­nen. Trotz der wid­ri­gen Umstände konn­ten wir bis­her sowohl den engen Zeit­plan als auch das Bud­get einhalten.”

Rea­li­siert wird das Vor­ha­ben unter der Feder­füh­rung der städ­ti­schen Toch­ter­ge­sell­schaft Immo­bi­lien Pro­jekt Manage­ment Düs­sel­dorf GmbH (IPM). Die Gesamt­kos­ten belau­fen sich auf rund 15,3 Mil­lio­nen Euro. Der Rat der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf fasste einen ent­spre­chen­den Finan­zie­rungs­be­schluss in sei­ner Sit­zung am 6. Februar 2020. Das neue Gebäude wird vor­aus­sicht­lich im Früh­jahr 2022 fer­tig­ge­stellt und kann spätestens
im Juli 2022 in Betrieb genom­men wer­den. Der 1958 errich­tete Bestands­bau des tra­di­ti­ons­rei­chen Hau­ses der Jugend war marode und ent­sprach nicht mehr den heu­ti­gen Anfor­de­run­gen. Er wurde im Juli und August 2020 abgerissen.

Der Neu­bau bie­tet sowohl dem Jugend­ring, der Arbeits­ge­mein­schaft der Düs­sel­dor­fer Jugend­ver­bände, als auch der Jun­gen Akti­ons­bühne Platz. Für die eige­nen Pro­jekte des Jugend­rings wie das Jugend­por­tal You­Pod, das Fan-Pro­jekt oder die Ser­vice­stelle Par­ti­zi­pa­tion ste­hen unter ande­rem Büros und Semi­nar­räume zur Ver­fü­gung. Der Ver­an­stal­tungs­be­reich für 200 Per­so­nen mit Küche und Café wird vom Jugend­ring wie auch der Jun­gen Akti­ons­bühne genutzt wer­den. Er steht künf­tig für Semi­nare und Schu­lun­gen sowie für Ange­bote im Rah­men der Düs­sel­fe­rien zur Ver­fü­gung. Außer­dem wird die lange Tra­di­tion der Musik­kon­zerte der JAB fort­ge­setzt. Bei Ver­an­stal­tun­gen wie “Meets and Beats” bekom­men hier ins­be­son­dere neue und auf­stre­bende Künst­le­rin­nen und Künst­ler eine Bühne.

Dar­über hin­aus wird eine vier­grup­pige Kita mit 70 neuen Plät­zen für Kin­der geschaf­fen, davon 22 für unter Drei­jäh­rige und 48 für über Drei­jäh­rige. Im Stadt­be­zirk 2 wer­den drin­gend ent­spre­chende Ange­bote benö­tigt, um den gesetz­li­chen Anspruch auf einen Betreu­ungs­platz der Kin­der bis zum Schul­ein­tritt zu sichern. Ergänzt wird das Bau­pro­jekt durch 19 Apart­ments für Aus­zu­bil­dende, die mit die­sem Ange­bot bei der Suche, Durch­füh­rung und dem erfolg­rei­chen Abschluss eines Aus­bil­dungs­be­rufs unter­stützt wer­den sollen.

Die Her­aus­for­de­rung, unter­schied­li­che Nut­zer­grup­pen stö­rungs­frei in einem Gebäude zu orga­ni­sie­ren, hat das Pro­jekt­team der IPM mit dem Archi­tek­tur­büro bap — Hetschold, Kurz PartGmbB Archi­tek­ten aus Wit­ten in Zusam­men­ar­beit mit Inge­nieu­ren sowie den zukünf­ti­gen Nut­zern durch eine fle­xi­ble Grund­riss­struk­tur bewäl­tigt. Der Gene­ral­un­ter­neh­mer Derichs und Konertz hat das Pla­ner­team aus der Ent­wurfs­phase über­nom­men und konnte gemein­sam mit allen Pro­jekt­be­tei­lig­ten — trotz schwie­ri­ger äuße­rer Rand­be­din­gun­gen — bis­her durch die Nut­zung moder­ner Tech­ni­ken wie zum Bei­spiel BIM und Lean Con­struc­tion einen rei­bungs­lo­sen Bau­ab­lauf gewährleisten.

Die ver­schie­de­nen Funk­ti­ons­be­rei­che wer­den rund um einen Innen­hof orga­ni­siert. Die­ser bie­tet den ankom­men­den Gäs­ten eine ein­la­dende Flä­che bevor sie das Gebäude betre­ten. Hier­durch wird das Gebäude kom­pakt gehal­ten, und die Flä­chen­ver­sie­ge­lung wird auf das not­wen­digste beschränkt. Dies wird bei den Stell­plät­zen fort­ge­führt, indem sie mit Rasen­git­ter­stei­nen gestal­tet wer­den. Durch zum Bei­spiel einem Abfahrts­mo­ni­tor für den ÖPNV sol­len die Gäste moti­viert wer­den, mit den öffent­li­chen Nah­ver­kehrs­mit­teln anzu­rei­sen. Das Gebäude wird in Mas­siv­bau­weise errich­tet, das Dach erhält voll­flä­chig eine Begrü­nung. Außer­dem wird eine Pho­to­vol­taik-Anlage zur Eigen­be­darfs­de­ckung errich­tet. Im Erd­ge­schoss wird das Gebäude mit einer Holz­fas­sade ver­klei­det. Dabei blei­ben Flä­chen frei, die Jugend­li­che im Zuge eines Pro­jek­tes mit Graf­fitti gestal­ten kön­nen. Die Lüf­tungs­an­lage wird zur Lärm­ver­mei­dung im Inne­ren des Gebäu­des untergebracht.