Archiv­bild Schu­mann­haus in der Bil­ker­straße 15 Foto: LOKALBÜRO

 

Die Arbei­ten zur Sanie­rung und zum Umbau des Schu­mann-Hau­ses konn­ten jetzt wie­der auf­ge­nom­men wer­den. Auf­grund von zusätz­li­chen sta­ti­schen Unter­su­chun­gen und den damit ver­bun­de­nen Maß­nah­men muss­ten die Arbei­ten auf der Bau­stelle vor­über­ge­hend ruhen. Nun kön­nen Sanie­rung und Umbau fort­ge­setzt werden.

Nach vor­be­rei­ten­den Maß­nah­men wird nun mit der Sanie­rung der Holz­bal­ken­de­cken im Vor­der­haus begon­nen. An der Hof­seite sind die Bal­ken­auf­la­ger stark geschä­digt – ver­mut­lich durch einen dort zu Beginn des 20. Jahr­hun­derts auf­ge­tra­ge­nen dich­ten Zement­putz. Die Sanie­rung der Bal­ken­auf­la­ger wird bestands­scho­nend unter Erhal­tung der his­to­ri­schen Decken erfolgen.

Dem­nächst star­ten im Innen­hof zudem die Roh­bau­ar­bei­ten für den zukünf­ti­gen Anbau. Hier waren beim behut­sa­men Schach­ten der Bau­grube ein Fun­da­ment­ab­schnitt der his­to­ri­schen Fes­tungs­mauer und der davor lie­gende Fes­tungs­gra­ben gefun­den wor­den. Der Anbau wird ein neues Trep­pen­haus und einen bar­rie­re­freien Auf­zug erhal­ten, wor­über zukünf­tig der große Aus­stel­lungs- und Foy­er­be­reich im Ober­ge­schoss erreicht wer­den kann — dort wird der Schu­mann-Haus-Rund­gang star­ten und enden. Zugleich wer­den über die­sen Anbau künf­tig die WC-Anla­gen in den Kel­ler­be­rei­chen erschlos­sen. Der Anbau muss hierzu im his­to­ri­schen Fes­tungs­gra­ben, unter Scho­nung der Fes­tungs­mau­er­reste, gegrün­det werden.

Die zwi­schen­zeit­lich im Ein­ver­neh­men mit dem ehe­ma­li­gen Mie­ter zur Ver­fü­gung ste­hen­den obe­ren Eta­gen des Schu­mann-Hau­ses kön­nen nun eben­falls für Zwe­cke des Muse­ums her­ge­rich­tet wer­den. Das Kon­zept zur Unter­brin­gung wie drin­gend not­wen­dige Räume zur Aus­stel­lungs­vor­be­rei­tung sowie die Kos­ten wer­den aktu­ell erar­bei­tet. Vor­be­rei­tend wur­den im Dach­ge­schoss bereits Ein­bau­ten ent­fernt, die in den 1990er-Jah­ren für die dama­lige Wohn­nut­zung ein­ge­baut wor­den waren.
Der Eröff­nungs­ter­min ver­schiebt sich nach der­zei­ti­gem Pla­nungs­stand vor­aus­sicht­lich auf März 2022.

Hin­ter­grund: Schumann-Haus
Das Schu­mann-Haus wird auf­wän­dig denk­mal­ge­recht saniert, erwei­tert und zu einem leben­di­gen Erin­ne­rungs­ort an Clara und Robert Schu­mann aus­ge­baut. Das Gebäude an der Bil­ker Straße 15 ist das ein­zige in sei­ner his­to­ri­schen Bau­sub­stanz erhal­tene Wohn­haus der Fami­lie und hat damit einen beson­de­ren his­to­ri­schen Wert. Clara Schu­mann war eine der bedeu­tends­ten Pia­nis­tin­nen ihrer Zeit und trug dazu bei, die heu­tige Lan­des­haupt­stadt als Musik­stadt zu prä­gen. Der städ­ti­sche Musik­di­rek­tor Robert Schu­mann schuf fast ein Drit­tel sei­nes kom­po­si­to­ri­schen Gesamt­werks in Düs­sel­dorf. Das zukünf­tig ent­ste­hende Schu­mann-Haus wird Teile der umfäng­li­chen Schu­mann-Samm­lung der Stadt, die ins­ge­samt rund 1.000 Objekte und Kon­vo­lute umfasst und zu den bedeu­tends­ten Samm­lun­gen welt­weit zählt, öffent­lich machen.

Die Gesamt­kos­ten für die Sanie­rung des Hau­ses (exklu­sive der Aus­stel­lungs­ein­rich­tung) belau­fen sich auf circa 3,6 Mil­lio­nen Euro, noch nicht ent­hal­ten sind die Kos­ten für die Her­rich­tung der ehe­ma­li­gen Woh­nung im Vor­der­haus. Die Kos­ten für die museale Aus­stat­tung in Höhe von 728.000 Euro wer­den kom­plett vom För­der­ver­ein Schu­mann-Haus Düs­sel­dorf e.V. über­nom­men. Die Nord­rhein-West­fa­len-Stif­tung Natur­schutz, Hei­mat- und Kul­tur­pflege för­dert die denk­mal­ge­rechte Sanie­rung des Hau­ses sowie Maß­nah­men zur Bar­rie­re­frei­heit mit einer Summe von 370.000 Euro. Zudem för­dert die Ilse­lore-Luc­kow-Stif­tung die Sanie­rung und den Umbau des his­to­ri­schen Gebäu­des mit 100.000 Euro. Die För­de­rung der Ilse­lore-Luc­kow-Stif­tung soll für die Fas­sade des neuen Anbaus genutzt werden.

 

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