Tim Bäum­ker (v.l.n.r.), Bir­git Muéll, Dr. Andre Schaff­rin, Jochen Kral, Axel Mül­ler, Flo­rian Reeh und Dr. Uwe Kloppe infor­mie­ren über den Aus­wahl­pro­zess der Tras­sen­ver­läufe und die Pla­nung für den zwei­ten Bau­ab­schnitt der U81,©Landeshauptstadt Düsseldorf/Wilfried Meyer

 

Pla­nungs­dia­log unter Betei­li­gung der Men­schen vor Ort erfolg­reich abgeschlossen/Brücke oder Tun­nel — Jetzt hat der Stadt­rat das Wort

Mit einer öffent­li­chen Abschluss­ver­an­stal­tung ist am Frei­tag, 10. Sep­tem­ber, der aus­führ­li­che Pla­nungs­dia­log zum zwei­ten Bau­ab­schnitt der neuen Stadt­bahn­li­nie U81 zu Ende gegan­gen. In Zusam­men­ar­beit mit den Men­schen vor Ort sowie Ver­tre­tun­gen aus Inter­es­sens­ge­mein­schaf­ten und den Rats­frak­tio­nen wurde über ein Jahr hin­weg die best­mög­li­che Tras­sen­füh­rung zwi­schen Düs­sel­dorf Messe und Hand­wei­ser ermit­telt. Ergeb­nis: Für die “Rhein­que­rung” wer­den zwei Vari­an­ten favo­ri­siert. Im Herbst wer­den diese nun dem Rat der Stadt zur Beschluss­fas­sung vorgelegt.

Der nun vor­lie­gende Abschluss­be­richt doku­men­tiert den Dia­log in den Werk­stät­ten, in denen dis­ku­tiert wurde, detail­liert. Bei der infor­mel­len Abschluss­ver­an­stal­tung, die von allen Inter­es­sier­ten im Live-Stream ver­folgt wer­den kann, haben die Men­schen noch ein­mal die Mög­lich­keit, Fra­gen zum Aus­wahl­pro­zess der Tras­sen­ver­läufe zu stellen.

Gemein­sam mit den Men­schen vor Ort fand die Pla­nung für den zwei­ten Bau­ab­schnitt der U81 seit Sep­tem­ber 2020 statt. Nichts weni­ger hatte sich das Amt für Ver­kehrs­ma­nage­ment der Lan­des­haupt­stadt vor­ge­nom­men und in einem umfang­rei­chen Pla­nungs­dia­log umge­setzt. Gemein­sam mit Inter­es­sier­ten und Betrof­fe­nen aus Zivil­ge­sell­schaft, Wirt­schaft, Poli­tik und Ver­wal­tung wurde trans­pa­rent eine geeig­nete Stre­cke für den Abschnitt zwi­schen Arena und Hand­wei­ser gesucht. Schritt für Schritt wur­den mehr als 50 Vari­an­ten in fünf Werk­stät­ten vor­ge­schla­gen, dis­ku­tiert und bewertet.

Das Amt für Ver­kehrs­ma­nage­ment der Stadt ist sehr zufrie­den mit dem Pro­zess. “Es ist groß­ar­tig, wie viele ver­schie­dene Hin­weise die Teil­neh­men­den zu mög­li­chen Tras­sen­ver­läu­fen mit­ge­bracht haben. Das trägt zur erfolg­rei­chen Pla­nung des zwei­ten Bau­ab­schnitts der U81 bei”, sagte Pro­jekt­lei­te­rin Bir­git Muéll. Auch von den Teil­neh­men­den gab es posi­tive Rück­mel­dun­gen zum Pla­nungs­dia­log: Sie beschei­nig­ten der Stadt­ver­wal­tung und dem Exper­ten­team eine gute und sau­ber doku­men­tierte Arbeit. Diese sei nun wich­tige Grund­lage für viele Dis­kus­sio­nen, die das Ver­fah­ren in Zukunft noch beglei­ten werden.

Gemein­sam zum Trassenverlauf
Ziel des Bür­ger­dia­logs war es, eine attrak­tive Direkt­ver­bin­dung zwi­schen der Messe Düs­sel­dorf über Lörick zum Hand­wei­ser zu schaf­fen. Von den 55 Vari­an­ten­vor­schlä­gen für die Rhein­que­rung waren sechs grund­sätz­lich geeig­net. Mit Hilfe der Nutz­wert­ana­lyse wur­den diese anhand von 21 Kri­te­rien, wie etwa Ein­griffe in die Umwelt oder die Wirt­schaft­lich­keit, bewer­tet und unter­schied­lich gewich­tet. Das Ergeb­nis sind zwei bevor­zugte Tras­sen­va­ri­an­ten. Offen ist nun die Frage, wie der Rhein gequert wird — mit­tels Tun­nel oder Brü­cke. Beide Vari­an­ten haben Vor- und Nach­teile. So wäre der Bau eines Tun­nels bei Inves­ti­ti­ons­kos­ten von 275 Mil­lio­nen Euro teu­rer als die Brü­cken­lö­sung mit 215 Mil­lio­nen Euro. Auch eine Rad­ver­kehrs- und Fuß­gän­ger­füh­rung ist in einem Tun­nel nicht mög­lich. Dage­gen wird es bei einer Brü­cke schwie­ri­ger, diese in die Frei­räume, dar­un­ter die Rhein­aue zu integrieren.

Wich­ti­ges Infra­struk­tur­pro­jekt für die ganze Region
Die bei­den bevor­zug­ten Vari­an­ten sind in einer vir­tu­el­len Abschluss­ver­an­stal­tung am Frei­tag, 10. Sep­tem­ber, vor­ge­stellt wor­den. “Durch die bera­tende Ein­bin­dung der Men­schen sowie Ver­tre­tun­gen aus Inter­es­sens­ge­mein­schaf­ten und den Rats­frak­tio­nen konn­ten wir ver­schie­denste Inter­es­sen und Anre­gun­gen für den Tras­sen­ver­lauf berück­sich­ti­gen. Das war für die Pla­nung des zwei­ten Bau­ab­schnitts der U81, wel­cher die viel dis­ku­tierte Rhein­que­rung beinhal­tet, wich­tig und ziel­füh­rend,” betonte Jochen Kral, Dezer­nent für Mobi­li­tät der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf. Er bedankte sich — auch im Namen von Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler — für die enga­gierte Mit­ar­beit der Ver­tre­ter aus Meer­busch, Kre­feld und Neuss im Rah­men des Pla­nungs­dia­logs. Flo­rian Reeh, Lei­ter des Amtes für Ver­kehrs­ma­nage­ment ergänzte: “Die neue Stadt­bahn­li­nie U81 ist ein wich­ti­ges Infra­struk­tur­pro­jekt. Sie schafft eine Direkt­ver­bin­dung zwi­schen dem Düs­sel­dor­fer Nor­den und dem Links­rhei­ni­schen sowie der Region und wird zudem den inner­städ­ti­schen Ver­kehr in der Lan­des­haupt­stadt entlasten.”

Pro­gnose: 15.500 Fahr­gäste täglich
Auf der Grund­lage des Düs­sel­dor­fer Ver­kehrs­mo­dells wird für die U81 im Jahr 2030 ein Poten­zial pro Werk­tag von 15.500 Fahr­gäs­ten täg­lich erwar­tet. Mit den im Pla­nungs­dia­log bevor­zug­ten Tras­sen­va­ri­an­ten für die neue Rhein­que­rung würde die Fahrt­zeit auf der Stre­cke “MERKUR SPIEL-ARENA”/Messe Nord bis zum Hand­wei­ser nur noch 8 statt bis­her 32 Minu­ten betra­gen. Beide Tras­sen, ob Tun­nel- oder Brü­cken­va­ri­ante, füh­ren von der bestehen­den Sta­tion an der Arena nach Lörick und wei­ter über die Böh­ler­straße und Keve­lae­rer Straße bis zum Hand­wei­ser in Düs­sel­dorf-Heerdt. Am Hand­wei­ser würde die Gleis­ver­bin­dung so umge­baut, dass die Trasse der U81 an die Stre­cke Rich­tung Neuss anschließt. An der neuen Stadt­bahn­hal­te­stelle Düs­sel­dorf-Lörick würde eine neue Gleis­ver­bin­dung die neue Trasse mit den Stadt­bahn­glei­sen der K‑Bahn ver­bin­den und über Meer­busch bis nach Kre­feld führen.

Rats­ent­scheid im Herbst 2021
Das Ergeb­nis des Bür­ger­dia­lo­ges wird nun zusam­men mit der fach­li­chen Her­lei­tung als Ent­schei­dungs­grund­lage für die Poli­tik auf­be­rei­tet und dem Rat der Stadt Düs­sel­dorf zur Beschluss­fas­sung im Herbst 2021 vor­ge­legt. Der vor­läu­fige Zeit­plan sieht zunächst euro­pa­weite Ver­ga­be­ver­fah­ren für die Erstel­lung der Vor­pla­nung inklu­sive Kos­ten­schät­zung vor. Auf die­ser Grund­lage soll im Som­mer 2024 der poli­ti­sche Bedarf für die wei­tere Pla­nung durch den Rat der Stadt Düs­sel­dorf beschlos­sen wer­den und auch die Ent­schei­dung für eine der bei­den Tras­sen­va­ri­an­ten. Die Bean­tra­gung des Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­rens ist für Mitte 2026 vor­ge­se­hen. Mit dem Bau­be­ginn kann vor­aus­sicht­lich ab 2030 gerech­net werden.

Hin­ter­grund: U81 und Planungsdialog
Mit der U81 bekommt die Lan­des­haupt­stadt eine neue Stadt­bahn­li­nie. Bereits im Bau befin­det sich der erste Abschnitt zwi­schen Düs­sel­dor­fer Flug­ha­fen und Frei­li­grath­platz, und somit die wich­tige Anbin­dung des Air­ports an das Stadt­bahn­netz. Die U81 soll zur Ver­kehrs­wende in der Lan­des­haupt­stadt bei­tra­gen. Das Amt für Ver­kehrs­ma­nage­ment hatte sich letz­tes Jahr dafür ent­schie­den, für den 2. Bau­ab­schnitt der U81 einen umfang­rei­chen Bür­ger­dia­log mit Inter­es­sier­ten und Betrof­fe­nen aus Zivil­ge­sell­schaft, Wirt­schaft, Poli­tik und Stadt­ver­wal­tung zu füh­ren. Das Ziel: Die best­mög­li­che Tras­sen­va­ri­ante der Quer­ver­bin­dung zwi­schen Düs­sel­dorf Messe und Hand­wei­ser zu finden.

Der Bür­ger­dia­log wurde mit einer Auf­takt­ver­an­stal­tung im Sep­tem­ber 2020 im CCD der Messe Düs­sel­dorf begon­nen. Diese fand Covid-19-bedingt hybrid zum einen als Prä­senz­ver­an­stal­tung mit einer begrenz­ten Teil­neh­men­den­zahl von 200 Inter­es­sier­ten aus Düs­sel­dorf, Kre­feld, Meer­busch und Neuss statt. Wei­tere 180 Men­schen ver­folg­ten zum ande­ren einen Live­stream der Auf­takt­ver­an­stal­tung online.

Erste kon­krete Vor­schläge zum künf­ti­gen Ver­lauf der U81 konn­ten 68 Men­schen in einer vir­tu­el­len Pla­nungs­werk­statt im Januar 2021 machen. Dabei wur­den in inten­si­ver Zusam­men­ar­beit 53 Vari­an­ten erar­bei­tet. In der Werk­statt der Inter­es­sens­ver­tre­tun­gen im März 2021 wur­den diese dis­ku­tiert und teil­weise ergänzt. Mit ins­ge­samt 55 Vari­an­ten­vor­schlä­gen sind die Werk­stät­ten mit Poli­tik und Stadt­ver­wal­tung gestar­tet. In die­sen drei letz­ten Werk­stät­ten wur­den die Ergeb­nisse der Eig­nungs­prü­fung und Nutz­wert­ana­lyse der Vari­an­ten­vor­schläge dis­ku­tiert, um so gemein­sam den best­mög­li­chen Tras­sen­ver­lauf für die U81 im zwei­ten Bau­ab­schnitt zu ermitteln.

Abschluss­be­richt steht online
Der gesamte Bür­ger­dia­log wurde doku­men­tiert und die Ergeb­nisse der ein­zel­nen Werk­stät­ten in einem umfas­sen­den Abschluss­be­richt zusam­men­ge­stellt. Die­sen und alle Prä­sen­ta­tio­nen, Pro­to­kolle und Filme aus allen Werk­stät­ten sind auf der Pro­jekt­web­seite des Amtes für Ver­kehrs­ma­nage­ment zu fin­den. Dort kann man sich auch für den News­let­ter zum Thema anmel­den unter https://www.duesseldorf.de/verkehrsmanagement/mit-bus-und-bahn/stadtbahnstrecke-u81/2‑ba-rheinquerung/buergerdialog.html.