Vor über 165 Jah­ren vom Ber­li­ner Ver­le­ger Ernst Lit­faß erfun­den – kann die Lit­faß­säule in Zukunft Pas­san­tin­nen und Pas­san­ten auch mit dem Turbo-Netz 5G versorgen!

Deutsch­lands erste 5G-Lit­faß­säule steht seit Don­ners­tag, 7. Okto­ber, in Düs­sel­dorf und wurde von Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler, Ger­hard Mack (Geschäfts­füh­rer Tech­nik Voda­fone), Tor­ben Beisch (Geschäfts­füh­rer der Stadt­werke-Toch­ter Netz­ge­sell­schaft Düs­sel­dorf), Kai Ilg (Geschäfts­füh­rer Ilg-Außen­wer­bung) und Frank Schra­der (Geschäfts­füh­rer von Düs­sel­dorf Mar­ke­ting GmbH) vor­ge­stellt. Wei­tere 150 Säu­len sol­len in den nächs­ten Jah­ren in der Lan­des­haupt­stadt dazu­kom­men. Für noch bes­se­ren Emp­fang und Netz­sta­bi­li­tät auf beson­ders beleb­ten Stra­ßen und Plätzen.

Spe­zi­al­an­ge­fer­tig­tes Lit­faß­säu­len­dach für modernste 5G Technik

Mög­lich gemacht wurde das große Pro­jekt durch die Zusam­men­ar­beit der Stadt Düs­sel­dorf, Voda­fone Deutsch­land, den Stadt­wer­ken Düs­sel­dorf, Düs­sel­dorf Mar­ke­ting und Ilg Außen­wer­bung: Die drei 5G-Anten­nen und die Tech­nik, die bei her­kömm­li­chen Mobil­funk-Stand­or­ten an gro­ßen Mas­ten mon­tiert ist, sind in das Basi­lika-för­mige Dach und den Beton­kör­per der 4,79 Meter hohen und 1,62 Meter brei­ten Lit­faß­säule eingebaut.

Die erste 5G Litfaßsäule Foto: LOKALBÜRO

Initia­tor war Düs­sel­dorf Mar­ke­ting. Die Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf unter­stützt die Idee und stellt die Stand­orte. Funk­netz­pla­nungs­teams haben zusam­men mit Mobil­funk-Exper­ten von Voda­fone das spe­zi­elle Dach ent­wor­fen, das die Lit­faß­säule zur 5G-Sta­tion macht. Ilg Außen­wer­bung über­nahm die Pro­duk­tion und sorgte dafür, dass sie sich naht­los in das Stadt­bild ein­fügt. Die Stadt­werke-Toch­ter Netz­ge­sell­schaft Düs­sel­dorf brachte die Tech­nik ans Strom­netz. Dabei wur­den zehn Meter Strom­ka­bel bis zur Säule ver­legt, um die 5G Tech­no­lo­gie funk­ti­ons­fä­hig zu machen. Im sel­ben Schritt haben die Part­ner die 5G-Lit­faß­säule ans schnelle Glas­fa­ser­netz ange­bun­den. Wie jeder andere regu­läre Mobil­funk­stand­ort in Deutsch­land, hat auch die neue Voda­fone-5G-Lit­faß­säule eine Stand­ort­be­schei­ni­gung von der Bun­des­netz­agen­tur erhal­ten, um deren siche­ren Betrieb nach­zu­wei­sen. Die drei 5G Sek­tor-Anten­nen, die in Koope­ra­tion mit Erics­son auf­ge­baut wur­den, bedie­nen einen Radius von etwa 400 Metern rund um die Lit­faß­säule. Für Nut­zer mit ihren Smart­pho­nes sind hier ab sofort Geschwin­dig­kei­ten von bis zu 1.000 Mega­bit pro Sekunde und mini­male Reak­ti­ons­zei­ten von weni­ger als 10 Mil­li­se­kun­den möglich.

Und die 5G-Lit­faß­säule ist auch die Ant­wort auf eine der größ­ten Her­aus­for­de­run­gen beim Aus­bau der neuen Mobil­funk-Tech­no­lo­gie 5G: Die Suche nach neuen Stand­or­ten. Denn vor allem in Innen­städ­ten ist es oft schwie­rig, neue Dach-Stand­orte für Mobil­funk-Mas­ten mit ent­spre­chen­der Anbin­dung ans Strom­netz zu finden.

Bün­de­lung von Kom­pe­tenz
“Der Auf­bau eines 5G-Net­zes in der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf schrei­tet voran. Und dabei wer­den durch die Bün­de­lung von Kom­pe­tenz, die wir hier in Düs­sel­dorf haben, auch ganz neue und inno­va­tive Wege beschrit­ten wie schon die Later­nen des Zukunfts­vier­tels Fürs­ten­wall und nun die 5G-Lit­faß­säu­len zei­gen”, so Düs­sel­dorfs Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler. “Die flä­chen­de­ckende Ver­sor­gung mit Breit­band und 5G ist nicht nur für einen erfolg­rei­chen Wirt­schafts­stand­ort unab­ding­bar, son­dern wird auch von den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern erwar­tet. Und zwar zu Recht! Des­halb wol­len wir den Auf­bau des Handy-Turbo-Net­zes wei­ter forcieren.”

“5G ist bei vie­len Smart­phone-Nut­zern im All­tag ange­kom­men. Die Daten­men­gen, die unsere 5G-Sta­tio­nen über­tra­gen, wach­sen täg­lich. Genau wie unser Netz. 5G bringt vor allem dort Vor­teile, wo viele Men­schen mit ihren Smart­pho­nes unter­wegs sind – in Fuß­gän­ger­zo­nen, auf beleb­ten Plät­zen oder Kreu­zun­gen. Doch die Suche nach neuen Stand­or­ten fällt vie­ler­orts schwer. In Düs­sel­dorf star­ten wir des­halb ein Pro­jekt mit Modell-Cha­rak­ter für Groß­städte in Deutsch­land. Die gute alte Lit­faß­säule wird zur moder­nen 5G-Sta­tion, die nie­mand sieht, die aber jedem schnel­les Netz bringt. Das ist die per­fekte Ergän­zung, um 5G an jeden Ort zu brin­gen”, so Ger­hard Mack, Tech­nik­chef Voda­fone Deutschland.

“Die Digi­ta­li­sie­rung und Ver­net­zung der urba­nen Infra­struk­tur ist ein Ziel, an dem die Stadt­werke Düs­sel­dorf und ihre Toch­ter Netz­ge­sell­schaft schon seit eini­ger Zeit inten­siv zusam­men mit wei­te­ren Akteu­ren arbei­ten. Der Auf­bau einer intel­li­gen­ten Park­raum-Infra­struk­tur am Fürs­ten­wall hat bespiel­haft gezeigt, welch erheb­li­cher Schub für die Ent­wick­lung der Stadt frei­ge­setzt wer­den kann, wenn die Kom­pe­ten­zen gebün­delt wer­den. Ich bin mir sicher: Gemein­sam wer­den wir noch sehr viel mehr für die Stadt errei­chen. Die­ses Pro­jekt ist ein wich­ti­ger wei­te­rer Schritt in diese Rich­tung”, so Tor­ben Beisch, Geschäfts­füh­rer Stadt­werke-Toch­ter Netzgesellschaft.

“Eine der wesent­li­chen Auf­ga­ben des Stadt­mar­ke­tings ist die Ver­net­zung von Key­play­ern und die För­de­rung des Aus­tau­sches. In die­sem Fall hat uns — um ehr­lich zu sein — der Zufall ein wenig gehol­fen. Wir hat­ten vor eini­gen Mona­ten an einem Vor­mit­tag ein Gespräch mit unse­rem Part­ner Ilg Außen­wer­bung, wo es um neue inno­va­tive Nut­zungs­mög­lich­kei­ten der ‚ehr­wür­di­gen Lit­faß­säule‘ ging – und am Nach­mit­tag ein Gespräch mit Voda­fone zum Thema ‚5G Abde­ckung‘. Dann war uns klar, dass wir unsere bei­den Part­ner schnellst­mög­lich zusam­men­brin­gen soll­ten”, sagt Frank Schra­der, Geschäfts­füh­rer Düs­sel­dorf Mar­ke­ting GmbH, über die Ent­ste­hung des Projekts.

“Die Ilg-Aus­sen­wer­bung stellt die Stand­orte zur Ver­fü­gung und ent­wi­ckelte das moderne Lit­faß­säu­len-Modell ‚Basi­lika‘, in der die Tech­nik sowie die 5G-Anten­nen inte­griert sind. Wir freuen uns somit zusam­men mit unse­ren Part­nern in Düs­sel­dorf einen wich­ti­gen Bei­trag zur Ein­füh­rung des 5G-Zukunfts­net­zes in Düs­sel­dorf leis­ten zu kön­nen”, so Kai Ilg, Geschäfts­füh­rer und Inha­ber von Ilg-Aussenwerbung.

5G – ein neues Mobil­funk-Zeit­al­ter
Mil­lio­nen von Men­schen sur­fen bereits im Zukunfts­netz 5G. Es deckt beim (mobi­len) Inter­net alle Vor­teile der mobi­len Breit­band­tech­no­lo­gie LTE ab – das aller­dings mit höhe­rer Geschwin­dig­keit: Die Nut­ze­rin­nen und Nut­zer kön­nen im Inter­net sur­fen und mobile Daten­dienste nut­zen. So kön­nen sie zum Bei­spiel HD-Filme schnell down­loa­den, Videos in HD-Qua­li­tät genie­ßen und große Events aus Sport und Kul­tur im Live-Stream ver­fol­gen. Dabei lie­fert 5G jedoch höhere Geschwin­dig­kei­ten als LTE sowie noch nied­ri­gere Latenz­zei­ten im Mil­li­se­kun­den-Bereich. Die­ses wird per­spek­ti­visch Anwen­dun­gen wie zum Bei­spiel selbst­fah­rende Autos, die mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren und sich gegen­sei­tig vor Gefah­ren war­nen, ermöglichen.

Ins­be­son­dere für Unter­neh­men bie­tet 5G völ­lig neue Mög­lich­kei­ten: Das Echt­zeit­netz macht bei­spiels­weise auto­no­mes Fah­ren mög­lich. Es wer­den Fern­ope­ra­tio­nen mög­lich sein, bei denen der Arzt gar nicht im Ope­ra­ti­ons­saal anwe­send sein muss. Mit 5G wer­den Dienste ent­ste­hen, die wir heute noch nicht abse­hen kön­nen – in der Auto­mo­bil­in­dus­trie, dem Stra­ßen­ver­kehr und dem Gesund­heits­we­sen, aber auch in Berei­chen wie Land­wirt­schaft, Bil­dung, Maschi­nen­in­dus­trie, Logis­tik, Schiff­fahrt und in vie­len wei­te­ren Branchen.

Geschichte der Lit­faß­säule
Bereits im alt­ehr­wür­di­gen Baby­lon und im römi­schen Reich wur­den Mosa­ik­wer­be­schil­der auf­ge­stellt oder Haus­wände bemalt, um Waren, Gla­dia­to­ren­kämpfe und Thea­ter­auf­füh­run­gen zu bewer­ben. Den ers­ten gro­ßen Auf­schwung erlebte die Pla­kat­wer­bung mit der Erfin­dung des Buch­drucks im 15. Jahrhundert.

Doch erst mit der Indus­tri­el­len Revo­lu­tion erreichte die Außen­wer­bung einen kom­mer­zi­el­len Auf­schwung. Gewer­be­trei­bende und Waren­häu­ser erkann­ten das Poten­zial aus kom­bi­nier­ter bild­li­cher und schrift­li­cher Wer­bung, um ihren Waren­ver­kauf zu för­dern. Doch durch feh­lende Richt­li­nien und Rege­lun­gen bezüg­lich der Anbrin­gung der Pla­kate waren Städte zu der Zeit vie­ler­orts einer Wild­pla­ka­tie­rung aus­ge­setzt.
Daher erhielt im Jahre 1855 der Ber­li­ner Ver­le­ger Ernst Lit­faß zur Ver­hin­de­rung die­ses wil­den Pla­ka­tie­rens mit­tels Poli­zei­ver­ord­nung das allei­nige Recht zum Auf­stel­len sei­ner Säu­len – die Lit­faß­säule war gebo­ren.
Heute ist die klas­si­sche Lit­faß­säule immer noch eine weit­ver­brei­tete Außen­wer­be­form und gehört welt­weit zum ver­trau­ten Stadt­bild. Der Vor­teil die­ser Säu­len besteht darin, dass die auf ihr ange­brach­ten Pla­kate von allen Sei­ten sicht­bar sind.

In Düs­sel­dorf ste­hen zur­zeit ins­ge­samt 600 klas­si­sche Lit­faß­säu­len. Kon­zes­sio­när für die­sen Wer­be­trä­ger ist seit 2017 die Firma Ilg-Außen­wer­bung aus Stuttgart.

 

(v.l.): Kai Ilg, Geschäfts­füh­rer Illg-Aus­sen­wer­bung, Tor­ben Beisch, Geschäfts­füh­rer Stadt­werke-Toch­ter Netz­ge­sell­schaft, Ger­hard Mack, Geschäfts­füh­rer Tech­nik Voda­fone Deutsch­land, Ste­phan Kel­ler, Ober­bür­ger­meis­ter von Düs­sel­dorf, und Frank Schra­der, Geschäfts­füh­rer Düs­sel­dorf Mar­ke­ting Foto: LOKALBÜRO