OB Dr. Ste­phan Kel­ler und Cor­ne­lia Zuschke, Bei­geord­nete für Pla­nen, Bauen und Woh­nen, haben das Düs­sel­dor­fer Bau­land­mo­dell am Frei­tag, 21. Juli, der Öffent­lich­keit vor­ge­stellt. Dies soll die Woh­nungs­bau­of­fen­sive maß­geb­lich voranbringen,©Landeshauptstadt Düsseldorf/Ingo Lammert

 

Düs­sel­dor­fer Bau­land­mo­dell wird die Woh­nungs­bau­of­fen­sive maß­geb­lich vorantreiben

Im Zuge der Woh­nungs­bau­of­fen­sive der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf haben Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler und Pla­nungs­de­zer­nen­tin Cor­ne­lia Zuschke die Stra­te­gien zu einer akti­ven Bau­land­po­li­tik über ein soge­nann­tes Bau­land­mo­dell am heu­ti­gen Frei­tag, 21. Juli, im Rat­haus vor­ge­stellt. Das Düs­sel­dor­fer Bau­land­mo­dell wird die Woh­nungs­bau­of­fen­sive maß­geb­lich inter­ak­tiv und inte­gra­tiv vorantreiben.

Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler: “Düs­sel­dorf hat das Poten­tial 8.000 neue Wohn­ein­hei­ten bis zum Jahr 2030 zu akti­vie­ren. Diese wer­den über das gesamte Stadt­ge­biet ver­teilt, in gro­ßen wie in klei­nen Pro­jek­ten entstehen.”

Pla­nungs­de­zer­nen­tin Cor­ne­lia Zuschke ergänzt: “Dabei spie­len sowohl gute Koope­ra­tio­nen als auch die kon­se­quente Anwen­dung der Werk­zeuge des Bau­ge­setz­bu­ches eine Rolle.”

Die Erfah­run­gen aus der Anwen­dung des Hand­lungs­kon­zep­tes Woh­nen (HKW) über die ver­gan­ge­nen zehn Jahre haben dazu geführt, unter dem Dach eines Bau­land­mo­del­les alle Bau­steine des Woh­nungs­baus und der Bau­land­ak­ti­vie­rung zusam­men­zu­füh­ren, um gemein­sam in eine Rich­tung zu arbei­ten. Dazu hat die Ver­wal­tung nun inner­halb nur eines Monats Beschluss­vor­la­gen fer­tig gestellt, die den zustän­di­gen poli­ti­schen Gre­mien im nächs­ten Sit­zungs­lauf zur Beschluss­fas­sung vor­ge­legt werden.

Die Eva­lu­ie­rung des HKW mit sei­nem preis­ge­dämpf­ten Seg­ment hat gezeigt, dass das HKW mit der Quo­tie­rung­re­ge­lung bei Pro­jek­ten mit pri­va­ten Part­nern neu und anwen­dungs­ori­en­tier­ter auf­ge­stellt wer­den muss. Dar­aus ergibt sich eine Quo­tie­rung von 50 Pro­zent För­der­weg A und B und 50 Pro­zent frei­fi­nan­ziert. Auf städ­ti­schen Flä­chen wer­den 100 Pro­zent bezahl­ba­rer Wohn­raum inklu­sive gemein­wohl­ori­en­tier­ter und inno­va­ti­ver Wohn­bau­steine über Kon­zept­aus­schrei­bun­gen ange­bo­ten. Dabei sind min­des­tens 60 Pro­zent geför­der­ter Woh­nungs­bau, dar­über hin­aus gemein­wohl­ori­en­tierte und inno­va­tive Wohn­for­men wie Senioren‑, Azubi‑, Studierenden‑, und Bau­grup­pen. Der frei­fi­nan­zierte Anteil wird unter Berück­sich­ti­gung von Lage und Quar­tier gede­ckelt. Die ein­zel­nen Pro­jekte wer­den durch die Rats­gre­mien beschlossen.

Das Bau­land­mo­dell ent­hält neben der Ver­tie­fung der Poten­ti­al­ka­tas­ter die Vor­kaufs­rechts­sat­zun­gen, Koope­ra­ti­ons­mo­delle für die Woh­nungs­wirt­schaft bis hin zu einer Wohn­bau­kom­mis­sion. Dar­über hin­aus bie­tet das Woh­nungs­we­sen durch Wohn­raum­schutz­sat­zun­gen, ins­be­son­dere mit ihren Vor­ga­ben gegen Zweck­ent­frem­dung, wei­tere Mög­lich­kei­ten. Mit den gro­ßen Sum­men, die die Lan­des­haupt­stadt an För­der­mit­teln durch Bund und Land bereit­ge­stellt bekommt, kann in Düs­sel­dorf viel bewegt wer­den. Gleich­zei­tig adres­siert Düs­sel­dorf an den Bun­des- und Lan­des­ge­setz­ge­ber den Wunsch nach einem För­der­weg C, der für gede­ckelte Mie­ten in der durch die Stadt vor­ge­se­he­nen Höhe eine Gegen­fi­nan­zie­rung ermög­li­chen würde, was die­ses Seg­ment attrak­tiv für eine Umset­zung macht. Außer­dem wünscht sich Düs­sel­dorf als Stadt mit ange­spann­tem Woh­nungs­markt eine finan­zi­elle Unter­stüt­zung beim Ankauf von Belegungsrechten.

Das Bau­ge­setz­buch bie­tet wei­ter­ge­hende Befrei­ungs­mög­lich­kei­ten als bis­her für eine mög­li­che Geneh­mi­gungs­ku­lisse (§31 III BauGB): In Fäl­len, wo frü­her Bau­leit­pla­nung erfor­der­lich war, kön­nen durch die Anwen­dung die­ser Rechts­vor­schrift jetzt durch Befrei­un­gen Woh­nun­gen leich­ter geneh­migt wer­den. So wird die Lan­des­haupt­stadt künf­tig bei Pro­jek­ten ab 30 Woh­nun­gen eine Quo­tie­rung for­dern, so dass auch dadurch mehr öffent­lich geför­der­ter Wohn­raum dem Woh­nungs­markt zur Ver­fü­gung gestellt wer­den kann.

Mit auf Rea­li­sie­rung aus­ge­rich­te­ten und part­ner­schaft­li­chen Pro­jekt­ent­wick­lun­gen und koope­ra­ti­ver Bau­land­ak­ti­vie­rung gelingt es trotz einer schwie­ri­gen Kulisse in der Immo­bi­lien- und Bau­bran­che wei­te­ren Wohn­raum zu schaf­fen. Aller­dings gilt es alle Anstren­gun­gen zu unter­neh­men die gro­ßen, zusam­men­hän­gen­den Flä­chen­po­ten­tiale in der Stadt zu akti­vie­ren und dabei den Druck auf die Flä­chen­hal­ter zu erhöhen.

Um den Spe­ku­la­ti­ons­ho­ri­zont nicht wei­ter anzu­hei­zen, wur­den die Bau­leit­pla­nun­gen die­ser Flä­chen seit gerau­mer Zeit nicht wei­ter­ge­führt. Die Bewer­tung die­ser Flä­chen wer­den durch Ver­kehrs­wert­be­trach­tun­gen über­prüft. Die Stadt han­delt bei allen mög­li­chen Akti­vi­tä­ten auf der Grund­lage die­ser Verkehrswerte.

Ins­ge­samt umfasst das Bau­land­mo­dell eine noch viel grö­ßere Viel­falt an Bau­stei­nen, Akti­vi­tä­ten und Werk­zeu­gen, von denen aber nur die fünf zen­tra­len Punkte in die­sem Text vor­ge­stellt wurden.